DAS RICHTIGE FEELING - Beziehungen leben im Juli


Niemals über dir.

Niemals unter dir.

Immer neben dir.

Walter Winchell

 



Nicht weinen, nicht herumtanzen, nicht laut sein, nicht wütend sein...

 

 ..und die Liste lässt sich noch bis ins Unendliche ergänzen wenn es darum geht, wie Kindern in unserer Gesellschaft immer wieder abgewöhnt wird, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen.

Statt Heranwachsenden (und uns selbst) zu helfen, Gefühle in Worte zu fassen, wird nach wie vor vehement gelehrt, dass "Indianer keinen Schmerz kennen" und man "das halt schon mal aushalten muss".

 

Das tut man nicht, schon gar nicht in der Öffentlichkeit!

 

Die Trotzphase ist so ziemlich der gefürchtetste Zeitabschnitt der Kindheit, denn da entdeckt das liebe Kindlein seinen eigenen Willen - und will ihn durchsetzen. Entwicklungspsychologisch ist ein Kind in der Trotzphase schlichtweg seinen Gefühlen ausgeliefert, und die Synapsen zu Logik und Klarheit sind noch nicht verknüpft. Die einzige Erkenntnis, die wir als Erwachsene deshalb bei jedem Trotzausbruch einnehmen sollten, ist die Haltung von Verständnis, Geduld und Güte.

Denn das Kind (in uns) sucht immer dasselbe: Liebe & Anerkennung.

 

Vielleicht hast du in der Kindheit gelernt, dass deine Gefühlsausbrüche nicht "passend" sind?

Dass auf "Anfälle" Liebesentzug folgt?

Dass es "Liebe" nur dann gibt, wenn du "brav" bist?

Diese und ähnliche Erfahrungen hinterlassen in uns und schlussendlich auch in unseren sozialen Systemen (epigenetische) Emotionsabdrücke, Denkmuster und Glaubenssätze.

 

Wenn wir auch als Erwachsene glauben, nicht geliebt zu werden, aus der Liebe "herauszufallen" oder generell nicht liebenswert zu sein, dann kann dies schlussendlich dazu führen, dass wir entweder aufhören, intensiv zu fühlen (Dissoziation, Abspaltung), oder übereifrig Zwang und Druck ausüben, um die Anerkennung des Gegenübers auf diesem Weg einzufordern (Manipulation).
Es tut zu weh, wenn im Spiegel des Du keine Reaktion zu erkennen ist, Ablehnung folgt, Grenzen gesetzt werden oder Respektlosigkeit geschieht.

Und dann?
Dann reagiert unser Körper:

 

Dir wird heiß oder dir wird kalt.
Du beginnst zu zittern oder deine Hände werden feucht.

Dir schießen die Tränen in die Augen oder dir steckt ein Kloß im Hals.

Du bekommst rote Wangen oder hast Bauchschmerzen.
Aggression, Angst oder Trauer suchen sich in dir ungehindert ihren Weg, Emotionen beginnen ihren vorgeformten Lauf.

Wie gebetsmühlenartig: du bist wieder in deiner Musterschleife gefangen.

 

Anschließend reagiert dein Bewusstsein:

 

Angriff oder Weglaufen?

 

Unser Hirn schreitet reglementierend ein, und meistens legt sich der automatisierte Schalter aus der Kindheit um: die Denkmuster (Thought-Forms) beginnen, zu wirken.

 

Je nachdem, wie weit du dich schon mit diesen unbewusst ablaufenden Mustern auseinandergesetzt hast, beginnst du anschließend, zu handeln.
So wie es mir einmal ging, als ich in einem Salzburger Einkaufszentrum miterlebte, wie eine Mutter ihr nörgelndes Kind einfach mit dem Knie gegen den Kinderwagen stieß.

 

Natürlich hätte ich auch weiter zusehen können - so wie all die anderen, die einfach nur dastanden und sich darüber aufregten, dass man doch so mit seinem Kind nicht umgehen könne.

Aber ich konnte nicht zusehen.

Ich wurde wütend.
Und Wut hat immer mit Werteverletzung zu tun.

 

In solchen Situationen ist man gut beraten, mit Bedacht zu handeln.

Aggression kann niemals durch Aggression bekämpft werden.

Das führt ausschließlich zu Krieg - und was dann passiert, sehen wir nicht nur seit Jahrhunderten, sondern auch brandaktuell.


Die Dame meldete ich also an der Info der Polizei.

Und anschließend kümmerte ich mich um meine Gefühle.

Denn nach der Wut kam die Trauer...

 

Ich persönlich bin davon überzeugt, dass Wut nur durch klare Bewusstheit besänftigt werden kann.

So wie ein trotzendes Kind nach seinem Wutausbruch unbedingt in den Arm genommen werden möchte.

Reagieren wir hier mit Liebesentzug, sind die ersten hemmenden Denkmuster vorprogrammiert. Und dann dürfen wir uns nicht wundern, warum die Gesellschaft so ist, wie sie ist. Warum Macht und Ohnmacht so nah aneinander liegen. Warum wir ständig Krieg führen. In unseren Familien, mit unseren Partnern, Ex-Partnern, Kindern und Eltern. Am Arbeitsplatz. In der Politik.

 

Wir alle haben nicht gelernt, dass es die Liebe ist, die alle Wunden heilt.

 

Und Liebe heißt in diesem Bezug nicht, alles hinzunehmen.

Alles auszuhalten.

Kleinbei zu geben.

Die Liebe ist der höchste Wert des Menschen.

 

Wenn ich von Liebe schreibe, meine ich das Gefühl der Verbundenheit mit unserem Ursprung.

Uns dahingehend wieder ganz zu öffnen, in uns selbst in die Achtsamkeit und Anbindung zu gehen, ist wohl die derzeit größte Herausforderung der Menschheit.

Liebe kommt immer aus der Quelle.

Und die Quelle ist nicht dein (menschliches) Gegenüber.

Auch wenn wir das oft verwechseln und es vom Gesprächspartner einfordern.

 

Durch die unzähligen Kriegstraumata der Vergangenheit hat ein Großteil der Menschen gelernt:

Am besten, ich schalte das Fühlen aus.

 

Das sehen wir immer wieder in der Flüchtlingsdebatte.

Oder in der Viehwirtschaft.

Oder in der Schule.

Oder in der Corona-Krise, wie wir mit den Alten und Schwachen umgegangen sind.

Oder.... dir fallen bestimmt noch weitere Beispiele ein.

 

Aber es wird Zeit, umzudenken!

Was wir mit der aktuellen Zeitqualität (wieder) LERNEN sollten ist echtes Fühlen!

Eintauchen in deinen Körper.

In das, was in dir ist.

Alle Versuche, die Dinge mit dem Verstand zu regeln, scheitern meist kläglich - denn Argumente gibt es immer. Hier wie da.

Was es für ein wohlwollendes Miteinander braucht sind Empathie, (Selbst-) Verständnis und wertebewusste Kommunikation.

Erst dann kann Beziehung auf Augenhöhe stattfinden.

 

Wenn du in einem Konflikt mit Partner:innen oder Kolleg:innen gefangen bist, frage dich:

 

Wie FÜHLT es sich denn an?

Wo spüre ich es - im Bauch, in der Brust, im Kopf,...?

Was macht das mit mir (Wut - Angst - Trauer?)

Was hat das mit mir zu tun?

Wie kann ich den dahinterliegenden Wert für mich selbst sicherstellen?

Wie kann mir mein Gegenüber dabei helfen, diesen Wert sicherzustellen?

Wie kommuniziere ich mein Gefühl und das, worum es in mir gerade geht, nach außen?

 

Der beste Freund deiner Gefühle ist: ... dein Körper!

Dein Körper ist der Spiegel deines Unterbewusstseins.

Dein Unterbewusstsein steht in Beziehung mit deinem Inneren Kind.

 

Leider verlernen die meisten von uns im Laufe ihres Lebens, sich selbst ganz bewusst zu fühlen.

Wir nehmen uns keine Zeit und wir haben nie gelernt, auf unsere Gefühle zu hören.

Wir glauben, wir müssen das Fühlen in gut und schlecht einteilen, weglügen, verdecken oder eliminieren, anstatt sie  dankend als wunderbar wahrzunehmen.

Über Gefühle kann so vieles heil (= ganz, in Ordnung) werden, das würden wir allein mit unserer Ratio gar nicht hinbekommen.

 

Ich fühle, also bin ich.

 

 

Ich habe zu diesem Monatsthema im Jahr 2021 ein Video auf YouTube gestellt und freue mich, wenn du daran Interesse hast.



ICH BIN Mars und Venus


Mal bist du vielleicht aufbrausend, und ein anderes Mal sanft. Die Archetypen Mars und Venus wechseln in dir - wie auch in jedem anderen Menschen - immer wieder die Plätze.

Wenn du in dich selbst hineinfühlst, und wenn du vor allem benennen kannst, wie es dir geht und was es mit dir macht, dann kannst du auch in Beziehung treten, kannst aussprechen was in dir vorgeht oder was du benötigst, um deine Grenzen zu wahren oder achtsam zu erweitern.

 

Arbeite also in diesem Monat Juli daran, Mars (Power, Energie, Vorwärtsbewegung) und Venus (Sanftmut, Schönheit, Empfängnis) in dir zu erkennen und vielleicht auch ein klein bisschen in Gleichklang zu bringen.

 

Was heißt das?

 

Du kannst dich darin üben, Gefühle zuzulassen, indem du zuerst mal dir selbst darüber bewusst wirst, welche das überhaupt sind. Anschließend kannst du sie durch Ich-Botschaften aussprechen, damit dein Gegenüber sie auch wahrnehmen kann.

Damit beginnt (wertvolle) Partnerschaft.


Feuer zu Erde


In den Harmonielehren des Feng Shui, die ich seit über 20 Jahren studiere, steht das Baguafeld 2, das sich im Südwesten befindet und den Sommer symbolisiert, für Partnerschaften und Beziehungen. Hier herrscht das Element Erde, das durch das Feuer fruchtbar wurde (siehe Juni-Blogartikel). Jetzt können sich getroffene Entscheidungen verdichten, formen und zu sichtbarer Materie werden. Die Natur zeigt es uns vor:  Wenn Mann und Frau sich vereinen, kann daraus schlussendlich ein Kind hervorgehen (Baguafeld 7 - Thema im August).


Oder noch eine andere Metapher: wenn die Biene die Blüten bestäubt, können die Früchte daraus entstehen. Wenn zwei Geschäftspartner kooperieren, können Projekte entstehen, die schlussendlich zu Erfolg führen.

Verstehst du das dahinterliegende Prinzip?

Es geht um die Vereinigung von Individuen, die ihr Potential koppeln.

Aber aus 1 und 1 entsteht nicht 2.

Daraus entsteht Vielfalt!

Und auf dich selbst umgelegt:

Wenn sich dein Gefühl mit deiner mentalen Ebene koppelt, kannst du die Schätze die in dir schlummern klar nach außen bringen und ihnen durch deine Kommunikation und Handlungen Sichtbarkeit verschaffen. Das ist der Weg der Materialisierung.

 

Im beruflichen Sinne sind dies die Kooperationen, mit denen du etwas Sichtbares erschaffen kannst, das mehr ist als ein Gedanke oder eine gemeinsame Vision. Es geht darum, gemeinsame Projekte nicht nur zu träumen, sondern auch in die Tat umzusetzen. Sei also wachsam was deine Gefühle betrifft: kooperiere nur dann, wenn es sich gut anfühlt.

 

Wie geht es dir mit deiner Beziehung zu dir selbst?

Wie geht es dir mit deiner Beziehung zu deinem Partner / deiner Partnerin?

Wie geht es dir mit deinen Geschäftsbeziehungen?

Hast du das Gefühl, du kannst dich auf sie verlassen, oder fallen dir deine Partner:innen immer wieder in den Rücken?

 

Die Welt ist dein Spiegel. Denn erst durch die Begegnungen im Außen wird das Ich zum Du. Um dich und deinen Körper zu "erden" - und eine stabile Beziehung eingehen zu können - braucht es wertvolle Nahrung. Und das betrifft sowohl deinen Verstand als auch deinen Körper und deine gesamte physische Wesenheit, zu der auch dein Raum zählt, in dem du dich aufhältst.

 

Kinder lieben zum Beispiel alles was süß ist, und das aus gutem Grund: der Geschmack SÜSS ist der Urgeschmack des Lebens. Schon das Fruchtwasser oder die Muttermilch schmecken süß.

Wenn du also gerne zu viel Süßes isst, frage dich doch, wo dir die Süße des Lebens fehlt, wo du dich zu wenig erdest und zu unausgeglichene Partnerschaften / Beziehungen zu dir selbst oder deinem sozialen Umfeld lebst.

 

Dich "erden" kannst du mit Sport, Sex oder einfach in der Natur sein fördern, natürlich auch mit Essen und Trinken. Alles, was dich die Erde und das Leben selbst in deinem Körper spüren lässt, bringt dich hier weiter. Aber Achtung: es geht nicht darum, wahllos zu sein. Die Tugend der Mäßigung lässt dich erkennen, was hinter den vordergründigen Wünschen steht. Und das wiederum bedingt, dass du in dich selbst hineinfühlst.

Hast du Lust, generell mehr über die Harmonielehren des Feng Shui zu erfahren - ohne Esoterik, dafür mit wertvoll strukturiertem Wissen, dass dich besser reflektieren lässt?

Möchtest du endlich mal "klar Schiff" machen und dein Office oder dein Zuhause von allem Ballast befreien, den du nicht liebst?

Dann kann mein Onlinekurs VOM CHAOS ZUR HARMONIE dich dabei begleiten, alles loszulassen, was nicht zu dir gehört.

Damit du endlich ganz bei dir selbst ankommst und wieder fühlst, siehst und weißt, wer du bist und wie du Gutes in dein Leben ziehst.


Der Juli lädt dich also ein, zuallererst die Beziehung zu dir selbst zu klären, um anschließend auch die Partnerschaften rund um dich liebevoller, klarer oder effektiver werden lassen. Ich wünsche dir viel Freude beim Üben, Fühlen und Erleben. Hab einen tollen Sommer!


Eva Hochstrasser ist diplomierte psychosoziale Beraterin, systemischer (Business-) Coach & systemische Aufstellungsleiterin. Sie begleitet dich auf deinem Veränderungsprozess in die Klarheit und entwickelt mit dir Selbstbewusstsein, Selbstwert und Selbstwirksamkeit. Durch diesen seelischen Ordnungsprozess wird das Gefühl von Freiheit und Erfüllung möglich. Entfalte deine Persönlichkeit



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